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ALOPEZIEN

Die Alopezie ist die häufigste Störung der Behaarung, die je nach Stufe, Anfanfgszeitpunkt, Dauer und Dauerhaftigkeit das Selbstbild, auf das Aussehen sowie den psychologischen Zustand des Individuums bewirkt.

Unter Alopezie versteht man den Haarmangel oder Haarlichte auf dem Kopf oder anderen Körperbereichen, wegen der Schwächung der Haarfollikel.

Die Alopezie entsteht wenn die Haarfollikel nicht mehr die normale Haarzahl produzieren (vier Haare pro Haarfollikel) oder Haare produzieren, die feinerer und von schlechter Qualität sind. Die Haarfollikel schrumpfen, verkümmern (Minimalisierung) und nach und nach sinkt das Haarwachstum, bis es zum Flaumhaar oder gar keinem Haar kommt.

Die Alopezien unterscheidet man in zwei Haupttypen:

  1. Nicht Narbige Alopezien
  2. Narbige Alopezien

 

Nicht Narbige Alopezien

a) Normale Alopezien

Nach der Geburt wird das Kopfhaar normalerweise ersetzt, was selten ersichtlich wird. Wenn dieser Zustand sich bemerkbar macht, entsteht eine Alopezie vom Vorderteil des Kopfs. Bei machen Säuglingen erkennt sich die normale Alopezie im Hinterlappen wegen des Aufliegens des Kopfes auf dem Kissen.

In der Pubertät mehrere Jungen und einige Mädchen leiden unter Haarverlust auf dem Vorderteil des Kopfs, so dass die Kurve des Haaransätzes sich verändert am Bereich der Stirn und des Scheitelbeins, so dass sie dreieckförmiger wird.

Der normale Haarausfall bleibt bei den Menschen gleich. Bei einigen kann sie eine saisonale Verstärkung durchlaufen.

b) Alopecia Areata

Die kreisrunde Alopezie (alopecia areata) ist eine Autoimmunkrankheit des Haarbalges. Es geht um eine uneinheitliche Haarlicthung der ansonsten normalen Haut, mit Haaren in Form von Ausrufungszeichen rund um den Grenzen der betroffenen Bereiche.

Auf den meisten Fällen ist sie auf eine oder mehrere Stellen beschränkt, bei schweren Fällen führt sie zum Verlust aller Kopfhaare (alopecia totalis) oder oder auch zum Verlust aller Körperhaare (Alopecia universalis) führen.

c) Androgenetische Alopezie

Die androgenetische Alopezie, auch bekannt als Glatze, ist der erhöhten Empfindlichkeit der Haarfollikelrezeptoren gegenüber den im Blut zirkulierenden Androgenen, unabhängig von der Konzentration der letzteren.

Bei 5% der Männer tritt die Krankheit vor dem Alter von 20 Jahren auf, durch das Zurücktreten der Stirn-Haar-Grenze an den Schläfen entlang der Stirne. Im Laufe der Jahre vermehrt sich der Haarverlust und wird je nach Fall anhand Hamilton-Norwood-Schemas zugeordnet.

Bei Frauen beginnt die androgenetische Alopezie später und ihr Verlauf ist langsamer. Die Haare werden dünner und nach und nach beginnt die Lichtung an der Scheitel an. Sie kann sich verbreiten. Die Zuordnung erfolgt mach dem Ludwig-Schema.

d) Nicht Narbige Alopezien unter dem Einfluss von anderen schädlichen Faktoren

Während der Mitose sind die Mutterzellen der Haare sehr empfindlich gegenüber mehreren schädlichen Faktoren, die die auf Mechanismen der Zellen bewirken, was zur teilweisen oder vollständigen Einstellung des Haarwachstums führt. Je nach Grad der Schädigung, unterscheidet man die Alopezien in den folgenden Typen: a) telogenes Effluvium (diffuse Alopezie), wobei das Verhältnis der Telogen-Haarfollikel zu den Anagen-Haarfollikeln steigert, b) dystrophische Alopezie, wobei das Verhältnis der dystrophischen Haarfollikel steigert und c) gemischte Alopezie, wobei das Verhältnis der Telogen-Haarfollikel sowie der dystrophischen Haarfollikel beeinflusst wird.

Unterteilung der diffusen Alopezien nach Bild des Trichogramms

i) TELOGENES EFFLUVIUM

ΗHauptmerkmal ist der erhöhte Haarverlust wegen der frühzeitigen oder plötzlichen Beendigung der Anagenphase und des Eintretens in die Telogenphase, was zum Haarausfall innerhalb zwei oder drei Monaten später führt. Auf diesem Fall ist der Haarausfall widerrufbar, weil er von nicht so gravierenden schädlichen Faktoren verursacht wird. Erkrankungen mit starkem Fieber, schwerwiegende Erkrankungen oder Verletzungen, Operationen, Stress, Medikamente oder Eisenmangel zählen sich dazu.

Es ist darauf hinzuweisen, dass es nach der Schwangerschaft oder dem Abbruch von Antibabypillen auch zu telogenem Effluvium kommen kann.

Die plötzliche Umwandlung der vorhergehenden lang anhaltenden Anagenphase in Telogenphase ist oft eine Ursache von telogenem Effluvium.

ii) ANAGEN-DYSTROPHISCHES EFFLUVIUM

 Bei diesem Typ von Alopezie, wird die Funktion der Haarfollikel in der Anagenphase durch gravierende schädliche Faktoren eingestellt. Die produzierten Haare sind dünn und fein, so fallen sie innerhalb einer oder vier Wochen ab. Dieser Typ von Alopezie kann je nach Grad der Schädigung und folgender Nekrose des Haarfollikels widderrufbar oder nicht sein. Bei Chemotherapien kann vollständiger Haarverlust innerhalb einiger Tagen auftreten.

iii) Gemischte Alopezie

Bei dieser Alopezie-Form verändern die schadenden Fakten auf unterschiedlicher Weise die Haarfollikel, mit der Folge, dass bei manchen das vorzeitige Ende der Anagenphase, und bei anderen der Abbruch der Entwicklung zum Anagenstadium beobachten ist.

Klassifizierung der diffusen Alopezien nach der Erscheinungszeit

Es gibt 3 unterschiedliche Erscheinungen des diffusen Haarausfalles:

  1. Die akute, bei welcher die Haare plötzlich beginnen, auszufallen.
  2. Die subakute, bei welcher der Haarausfall einige Monate dauert.
  3. Die chronische, bei welcher die Phase der Ausdünnung sich wiederholt und mehr als 6 Monate dauert.

Der Abbruch der normalen Entwicklung des Lebenskreises der Haaren ist häufig die Folge einer systematischen Körperstörung, Stoffwechselstresses (Chemotherapie, Schwangerschaft, Pubertät, Operation, schwere chronische Erkrankungen) oder eines emotionalen Traumas.

Die Haarausdünnung ist bis zu 3 Monaten nach dem Erleben des intensiven Vorfalles zu betrachten. Da manche Monate vom Ansatzpunkt der Ursache bis zum Haarverlust dazwischenkommen, ist gewöhnlich der Betroffene völlig von der Ursache genesen und infolgedessen kann der Grund dafür nur schwierig verdeutlicht werden.

Klassifizierung der Alopezien nach schadendem Faktor

i) Diffuse Alopezie aus Hormonschwankungen

Bei Schilddrüsenunterfunktion tritt die diffuse Alopezie der Kopf- und später auch der Körperhaare auf. Außerdem besteht eine Ausdünnung der Augenbrauen- und Achselhaare.

Bei Schilddrüsenüberfunktion entwickelt sich diffuser Haarausfall. Selten ist dies schwerer Form und umkehrbar.

Bei Hypoparathyreoidismus besteht es eine Ausdünnung der Kopfhaare, die Haare sind trocken und rau und die Alopezie kann stellenweise unregelmäßig auftreten.

Bei nicht geregeltem Diabetes mellitus kann diffuse Alopezie vorkommen.

Wie schon erwähnt, gilt der plötzliche Rückgang von der vorangegangenen verlängerten Anagenphase zur Telogenphase bei Schwangerschaft oder beim Absetzen der Pille gehäuft als Ursache für telogenes Effluvium.

ii) Diffuse Alopezie aus Medikamenten und chemischen Stoffen

Nach Einnahme von Insektiziden aus Versehen oder zum Selbstmord beginnt die Alopezie bis zu 10 Tagen danach als diffuser Haarverlust. Der Dosis gemäß, kann die Alopezie dystrophisch sein und sich bis 3-4 Monaten verlängern.

Die Schilddrüsenmedikamente können bei vielen Patienten diffuse Alopezie hervorrufen, wenn diese für einen langen Zeitraum eingenommen werden.

Gerinnungshemmende Medikamente können auch diffusen Haarausfall verursachen, der allerdings umkehrbar ist.

Medikamente zur Chemotherapie können auch zu diffuser Alopezie führen, wenn die Anagenfollikel in die Katagen- und Telogenphase frühzeitig eintreten oder wenn bei Blockern der mitotischen Aktivität der Haarmatrix eine Schrumpfung oder vollständiger Bruch der Haarschaft vorkommt.

Antipsychotische Medikamente stören die Keratinisation, mit der Folge, dass die Haare härter werden und sich ausdünnen.

Bei Hypervitaminose A werden die Haare dünner, die Haut wird trockner und reizbar und manchmal leidet auch an Hyperpigmentierung.

Die Borsäure kann auch bei lang anhaltender Verwendung diffuse Alopezie verursachen.

iii) Diffuse Alopezie aus Ess- und Stoffwechselsstörungen

Bei Protein-, Eisenmangel, Eisenspeicherkrankheit, Zink-, Magnesium-, Vitamin-D- und Vitamin-B12-, Follsäure-, Fettsaurenmangel, sowie bei vererbten Stoffwechselstörungen der Aminosäure kommen diffuse Alopezien vor.

e) Traumatische Alopezien

i) Trichotillomanie

Diese traumatische Alopezie, bei der die Haare der Person ausgezupft werden, die das nervöses Zucken entwickelt hat, kann einen Alopezie-Teilbereich schaffen. Solche Bereiche sind gehäuft unnatürlicher Form und die Ausdünnung ist nicht vollständig, sondern sporadisch, und kann ebenfalls die Augenbrauen und Wimpern betreffen.

ii) Alopezien aus Zug

Das ständige Ziehen der Haare durch Haarrollen, Frisuren und sonstige kosmetische Prozesse verursacht dem Follikel Entzündung und Vernarbung und  führt zur permanenten Alopezie. Deren häufigste Form ist die zirkumscripte Alopezie.

Vernarbende Alopezien

Diese Krankheit  befällt mehr Frauen und Zeichen dafür sind perifollikuläre Erytheme und keratotische Zapfen am Rand des befallenen Bereiches. Die kann vielfältige Auslöser haben, wie:

Wachstumsstörungen und Erbkrankheiten: Hautaplasie, Hautflecke, Porokeratose von Mibelli, Ichthyose, Morbus Darier usw.

Störungen aus natürlichen Ursachen: mechanische Wunden, Verbrennungen, Strahlendermatitis

Mikrobiell bedingte Entzündungen: Tinea, bakterielle Infektionen (Hauttuberkulose, Lepra, Furunkel, Karbunkel, Follikulitis, Impetigo), Leishmaniose, Virusinfektionen (Herpes, Windpocken, Pocken).

Neubildungen: Basalzellkarzinom, vernarbendes Basalzellkarzinom, metastatisches Karzinom

Sonstige Hauterkrankungen unbekannter Ursache: Lichen planus, Lupus erythematodes, Sklerodermie,

Lichen Planopilaris

Der Lichen Planopilaris (LPP), ein klinisches Syndrom, ist eine Variante des Lichen Planus (LP), die verbunden mit der vernarbenden Alopezie der Kopfhaut ist. Am häufigsten tritt er bei Frauen auf, wobei perifollikuläre Erytheme und keratotische Zapfen am Rand des befallenen Bereiches zu sehen sind. Es gibt perifollikuläre Infiltrate im Bereich des Isthmus und Infundibulums, die lichenoide Entzündung zeigen. Die wichtigsten Implikationen des LPP bestehen Atrophie und Vernarbung, begleitet von Haarausfall und Ausdünnung der Kopfhaut.

Es ist zwischen drei Varianten von LPP zu unterscheiden:

  1. Der typischer LPP
  2. Das Graham-Little-Syndrom, das von folgendem bezeichnet ist:
  • narbige Alopezie der Kopfhaut,
  • nicht-narbige Alopezie der Axillar- und Schambehaarung und
  • follikuläre Keratose
  1. Die Frontale fibrosierende Alopezie (FFA), die am häufigsten Frauen in der Postmenopause befällt. Bei der FFA besteht ein symmetrischer, fortschreitender Haarverlust an der vorderen Haargrenze der Kopfhaut zusammen mit dem Verlust der Augenbrauen.

Behandlungsstrategie

Die Behandlung des LPP ist schwierig und herausfordernd. Allerdings, wird die Entzündung schon im Frühstadium unter Kontrolle gesetzt, die Haarfollikel können geschützt werden und es besteht die Möglichkeit für erneuertes Haarwachstum.

Eine wirksame Therapie besteht aus der Minderung der Symptome gemeinsam mit einer Stabilisierung der Erkrankung zum Weiterwachsen der Haare am Rand des narbigen Areales. Die oralen Antihistaminika können das Jucken regeln und die örtliche Gabe von Kortikoseroiden mit hohem Wirkungsgrad dienen zur Kontrolle der Entzündung bei Frühschaden. Die intraläsionale Infusion von 3–5mg/ml Triamcinolon-Acetonid sind wirksamer im fortgeschrittenen Stadium.

Es ist nachgewiesen, dass als wirksame Behandlungsmethode des LPP auch die Retinoide gelten und, infolgedessen, können sie eventuell die Behandlung mit Kortikosteroiden ersetzen. Weitere Therapie-Alternative ist der Einsatz von Malariamittel und zwar von Hydroxychloroquin.

Weitere Wirkstoffe, die als therapeutische Optionen aufgefasst werden können, sind Cyclosporin und Mycopherate mofetil. Die Wissenschaftler untersuchen auch die Applikation von biologischen Faktoren (tumor necrosis factor, TNF) zur Behandlung dieser Erkrankung.

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